Der neue Lebensstil

Die moderne Konsumgesellschaft dominiert nach wie vor unser alltägliches Leben. Immer mehr Produkte kommen auf den Markt und sollen unser Leben bequemer machen. Doch einigen Menschen ist das zu viel. Sie wollen bescheiden aber dafür ausgeglichen leben. Der Minimalismus erlebt dadurch eine Renaissance.

Leben im Minimalismus

Immer mehr haben zu wollen macht auf Dauer nicht glücklich. Das haben bereits viele Menschen erkannt. Sie entrümpeln daher ihren Haushalt und üben Konsumverzicht. Zu viele Dinge stapeln sich zu Hause – darunter sind viele Sachen, die eigentlich gar nicht gebraucht werden. Die Werbung versucht, uns einzureden, dass man bestimmte Dinge braucht. Dem ist aber nicht so.

Viele deutsche Soziologen sind diesem Phänomen auf den Grund gegangen. Die Art und Weise, wie man minimalistisch lebt, muss jeder selbst entscheiden. Vor allem junge Menschen und junge Familien tendieren heute dazu, auf viele Dinge freiwillig zu verzichten. Durch diesen Konsumverzicht wird der Blick auf das Wesentliche im Leben frei. Soziologen beobachten, dass dieser Trend vor allem in besser gebildeten und wohlhabenden Bevölkerungsschichten immer weiter um sich greift und nicht zwangsläufig durch Armut ausgelöst wird.

Der Minimalismus und seine Geschichte

Diese Lebensweise ist aber keinesfalls neu. Schon vor Jahrtausenden lebten viele Menschen im freiwilligen Verzicht. Damals nannte man diese Lebensweise Askese. Vor allem in religiösen Glaubensrichtungen spielt diese Lebensart eine große Rolle. Auch in den 1970er Jahren breitete sich der Minimalismus aus. In dieser Zeit waren es in erster Linie die Hippies, die auf diese Art lebten. Sie pflegten einen Lebensstil, der sich abseits der Konsumgesellschaft abspielte. Viele taten dies auch aus Protest gegen die damalige kapitalistische Gesellschaftsordnung. Freiheit und Sexualität genossen dabei einen weitaus höheren Stellenwert als die Anhäufung materialistischer Güter. Nach der Yuppie-Welle der 1980er Jahre kam der Minimalismus erneut auf. Beruf und Karriere traten zunehmend in den Hintergrund und machten Werten wie Liebe und Familie Platz. Der Minimalismus ist damit ein Ausdruck des sozialen Wandels.